Montag, 3. Oktober 2011

CYMA RPK Review & Tuning Part 2 - Gearbox V3 Tuning

So, nachdem wir im 1. Teil die CYMA RPK in die Hauptteile zerlegt haben, geht es nun mit der Gearbox weiter. Wir sehen uns die Teile in der Gearbox genauer an. Zusätzlich gebe ich Tipps, wie man sie verbessern kann und 100% dicht bekommt.
Viele Dinge sind bei anderen Gearboxen genau so und daher dürfte dieser Post für alle interessant sein.

In der RPK ist wie bei jeder AK eine V3-Gearbox verbaut:




Wie man die Außenteile für den Feuerwahlhebel abmontiert sollte klar sein. Danach ist diese Schraube dran. Sie ist mit Kleber versehen und neben einem Aufkleber unter dem Trigger ein Hinweis, ob die Gearbox schonmal geöffnet wurde.

Abschrauben und die zwei Teile entfernen. Für den Zusammenbau wichtig: So muss dieser Teil wieder in die SelectorPlate eingreifen, sonst wird sie brechen.

Kreuz-Senkkopfschrauben mit Feingewinde - gute Auswahl. Ersatz findet man leicht und für die Gearbox besser als die Torx-Selbstbohrer von Marui.

Kurzanleitung zum Öffnen einer Gearbox: SektorGear Plastikabdeckung entfernen, Feder über ARL entspannen (falls nicht schon über Trigger gemacht), alle Schrauben entfernen, obere Schiene abziehen, von Motoröffnung nach vorne mit Schraubenzieher öffnen, Zylinder halten und obere Shell abnehmen. Dabei Gearachsen bei Bedarf nach unten drücken und Spring mit Schraubenzieher fixieren. Hört sich kompliziert an, geht aber leicht, wenn man es einmal gesehen hat.

So sieht es drinnen aus, recht ok:

Die Buchsen haben eine kreuzförmige Kerbe (hier vom Fett befreit). Vermutlich damit das Fett für die Gearachsen länger dort bleibt.

7mm Stahllaufbuchsen sind verbaut:

Prüfen wir ob die Gearbox dicht ist: Vorne mit Nozzle in Feuerposition zuhalten und Piston reindrücken. Nach ein paar mm sollte man einen Luftpolster spüren und nirgends Luft entweichen. Leider entwich die Luft langsam zwischen Nozzle/Cylindernozzle und O-Ring/Zylinder.

Liefert trotzdem 392 fps - aber nicht konstant. Und wer verliert schon gern Leistung? Das ist ineffizient. Besser dicht machen und schwächere Feder rein. Schont Teile und bringt mehr ROF, Ansprechverhalten, Akku hält länger, ...

Zwischen Piston und PistonHead ist bei der RPK eine Plastikscheibe montiert.

Diese dient nicht zur AoE-Korrektur sonder ist so eine Art Fettabstreifer im Cylinder.

Der Pistonhead ist gelocht und vorne leicht eingekerbt. Eine M3 Schraube hält ihn fest.

Das Gegenstück im Pistonhead: Die Pistonhead/Piston Verbindung immer prüfen und bei Bedarf Schraube mit fester Schraubensicherung (ein Spezialkleber von Loctite) sichern. Wenn sich der Pistonhead im Betrieb löst ist das meist eine ziemliche Schweinerei.

Der O-Ring hat eine Naht und ist nicht der Beste. Sollte man austauschen falls man einen Besseren gerade zur Hand hat. Die TM-Ringe dichten sehr gut. Ansonsten etwas dehnen.

Der Piston selbst besteht aus stabilen Material. Der zweite Zahn ist von Haus aus etwas gekürzt.

Etwas Abrieb hat der erste Zahn schon. Nachdem ich aber die AoE angepasst habe und die Zähne entsprechend gekürzt wurden, wird er noch eine Weile durchhalten.

Das Nozzle funktioniert, gehört aber zu den Dingen, die man austauschen sollte. Es ist belüftet (erkennt man an den 3 Einkerbungen), dass heißt der Piston kann auch Luft durchs Nozzle ansaugen. Da der Pistonhead ebenfalls belüftet ist, ist so ein Nozzle nicht unbedingt erforderlich.

Airseal? Nein, also kein O-Ring im Nozzleende.

Nach Säuberung (unbedingt machen, der Dreck ist sonst im Lauf und HopUp Unit) erkennt man auch  hier eine Nahtstelle.

Tauscht das Nozzle aus. 19,78mm muss es haben. Vermute ein AK-Nozzle wird passen. In letzter Zeit bevorzuge ich die Metallnozzles von Deepfire (sind Airseal-Nozzles). Vorausgesetzt...


...sie passen mit dem Cylinderhead-Nozzle (-Röhrchen) zusammen. Wie man hier gut erkennen kann, ist hier insgesamt (Nozzle auf eine Seite gedrückt) ca. 0,5mm Spiel - Platz für jede Menge Luftstrom.

In vielen Fällen ist diese Stelle undicht. Daher muss das Nozzle und der Cylinderhead immer perfekt zusammenspielen. Da CylinderHeads etwas teurer sind, empfiehlt es sich, ein paar Nozzles zu kaufen und durchzutesten. Sind beide Teile vom selben Hersteller, muss es noch lange nicht passen.

Die hintere Seite vom Cylinderhead ist flach. Ich bevorzuge diese Bauweise weil darauf SorboDiscs besser dämmen.

Seitenansicht des Cylinderheads aus Standard-China Platik :-):

Überall jede Menge überflüssiges Fett. Reinigungsbenzin + jede Menge Wattestäbchen helfen hier.

Den O-Ring vom Cylinderhead abnehmen und mit Silikonfett behandeln schadet nie.

Spuren vom "Fettabstreifring" im Cylinder.
Wenn ihr eine Gearbox offen habt, fettet sie neu: Cylinder, Cylinderhead, Pistonhead, Nozzle immer schön sauber entfetten und mit wenig Silikonfett wieder zusammenbauen. Danach Gearbox ausgebaut kurz trocken triggern (ein paar Mal abziehen damit überschüssiges Fett rausgeblasen wird), Cylinderheadnozzle nochmal reinigen und dann Gearbox einbauen.
Überschüssiges Fett könnte sonst in den Lauf gelangen und dort hat es nichts verloren.

Ich habe eine SorboDisk angebracht, AoE passt damit besser, Piston muss damit schon angepasst werden, sonst streift das Sektor-Gear.

Um den Übergang Cylinderhead/Cylinder abzudichten reicht bei der RPK der O-Ring am Cylinderhead. Zusätzlich kann man mit 2-5 Lagen Teflontape (ja nach Tapestärke) diesen Übergang so abdichten. NICHT außen am Cylinder wickeln. Bringt nichts und Cylinder sitzt dann ungenau in der Gearbox.

Die Löcher für die Shellpins vor dem Einbau in der Shell freilegen.

So sieht das Ganze dann mit Cylinder aus. Ausgerichtet wird es dann beim Einbau in der Shell.

Es gibt zwei Möglichkeiten wie man den Übergang CylinderheadNozzle/Nozzle dicht bekommt falls die zwei Teile nicht gut zusammenpassen. Erstens kann man 1-3 Lagen Tixo verwenden. Dazu CylinderheadNozzle gründlich säubern und entfetten und dann am vordersten Ende gerade wickeln. Anfang und Ende dürfen sich nicht überlappen sondern sollten so gut wie möglich Stoß auf Stoß liegen. Kann sehr nervenraubend sein...

Oder man bringt eine dicke Lage zähes Silikonfett auf. Dabei nichts ins Röhrchen hineinschmieren:

Danach steckt man das Nozzle drüber, dreht es dabei und zieht es ab und zu etwas zurück. Diese Lösung hält aber je nach Differenz nicht lange. Im Betrieb wird das Silikonfett durch Erwärmung flüssiger.

Der Springguide ist sehr gut.

Vorne fest mit einer Schraube fixiert:

Hinten mit einem guten Kugellager versehen. Alles ist aus Metall. Zwar etwas lauter, dafür aber stabiler. Springguide und Spring schön einfetten (dickes Silikonfett bevorzugt). Fett dämpft auch das metallische Schlackern der Feder.

Die Gears sind ok. Das Shimming ist brauchbar, aber nicht für die Ewigkeit. Etwas Abrieb an der unteren Verzahnung des Bevel-Gears zeichnet sich schon ab:

Beim Zusammenbauen fällt mir das Pinion Gear in die Hand. Daher prüft den Sitzt wenn ihr schonmal die Gearbox offen habt.

Das Piniongear lässt sich einfach auf die abgeschliffene Motorachse aufsetzten. Die Verbindung wird gereinigt, Achse und Madenschraube mit Schraubensicherung benetzt und dann fest zusammengeschraubt. Die Madenschraube braucht einen sehr kleinen Inbusschlüssel.

Ich hoffe ich konnte euch damit etwas helfen. Kommentare wie immer gerne gesehen.


Im nächsten Teil sind Lauf und Hop-Up Unit dran.


Kommentare:

  1. is ja geil das ist glaub ich meine die sieht ja fast so aus =D

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  2. Sehr fein, habe die gleiche Gearbox für meine G36 besorgt,.. geiles Teil.

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  3. Kleiner Nachtrag. Nachdem ich die Gearbox nun grob nen halbes Jahr habe, und gestern mal nen Systema Motor eingesetzt habe.
    Die Gears sind nun jedenfalls hinnüber trotz gutem shimming. Scheinen wohl nicht die allerbesten zu sein.

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  4. Du machst das zwar alles sehr ordentlich und gut, dennoch ist alles irgendwie gepfuscht. Viel Klebeband und zu viel Unterschiedliche Tunningteile von verschiedenen Herstellern.
    Wenn man was richtig tunnen will würde ich mal eine komplett andere Gearbox usw. kaufen, du holst lediglich "das beste aus dem Vorhandenen heraus".

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    1. Natürlich ist das kein Edeltuning, es zeigt aber wie man das Beste mit wenig Zukauf herausholen kann.

      Das Teflontape ist das Ultrafeine - da braucht man mehr Lagen als die billigeren vom Baumarkt.

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  5. Respekt! Die beste Anleitung die ich bisher gesehen habe. Danke :-)
    Frage zur Dauerfeuerfunktion: Normalerweise gehört Dauerfeuer zu einer Kalaschnikov wie Reifen zu einem Auto. Aber die V3-Gearbox wurde absichtlich verkrüppelt bei den in Deuschland erhältlichen Cyma048. Vom gesetz her, aber dieses Gesetz gibt es ausnahmslos nur in Deutschland. Bringt mir aber in Tschechien nix. Wie kann man diese Verkrüppelung wieder Rückgängig machen und die Kalaschnikov zu dem machen wofür sie berühmt ist: Dauerfeuer? (Für Deutschland MIT Leistungsreduzierung evtl. Feder kürzen? für Tschechien nicht)

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